GSG - Einsatz » Großeinsatz auf der Raststätte
GSG - Einsatz

Großeinsatz auf der Raststätte
06.08.2009 - 16:10 von Siegburg Aktuell




06.08.2009 Leicht entzündliche Flüssigkeit lief aus leckem Chemiefass

Siegburg. Leicht entzündliche Substanz in einem Neusser Lastwagen-Gespann hielt gestern Nachmittag gegen 15.30 Uhr Feuerwehr und Polizei an der Raststätte Siegburg-Ost in Atem. Der LKW hatte unter anderem Fässer mit Lösungsmitteln Diisocyanat) und so genannte "Massenexplosionsstoffe" wie "Schreckschussmunition ohne Projektile" geladen. Gefahrklasse: 1,4. Eines davon war leck geschlagen. Der durch die hohen Außentemperaturen von nahezu 30 Grad verflüssigte Stoff tropfte aus dem 75-Liter-Behältnis. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften, allein gut 30 Siegburger Feuerwehrmänner, unterstützt durch rund 12 Kollegen aus Troisdorf, rückte zusammen mit dem Rettungsdienst unter Leitung von Feuerwehrchef Thomas Glatz an die A3 aus. Während sich ein Großteil der Einsatzkräfte und der knapp 20 Fahrzeuge in der Jägerstraße bereit hielten, wurde die Zufahrt zur Raststätte gesperrt, die Raststätte selber geräumt. Personen vor dem Gebäude wurden aufgefordert, sich ins Innere zu begeben, Fenster und Türen mussten geschlossen bleiben. Schnell versammelten sich zahlreiche Schaulustige auf der Autobahnbrücke. Da eine Explosion des Gefahrgutes nicht ausgeschlossen war, wurde daraufhin auch die Fußgängerbrücke beidseits gesperrt. Währenddessen kümmerte sich ein Notarzt um den durch ausgetretene Atemgifte geschädigten Fahrer des Unglücks-Brummis. Der klagte über Atembeschwerden, musste aber nicht ins Krankenhaus eingeliefert werden. Vorsorglich, für den Fall einer Entzündung des brennbaren Gutes, schaffte die Wehr drei jeweils 250 Kilo-Fässer unterschiedlicher Löschmittel - Wasser, Schaum und Löschpulver - an die Einsatzstelle. Von der Jägerstraße aus wurde eine Löschwasserversorgung zur Raststätte aufgebaut und in Betrieb genommen. Um den Laster richteten mit spezieller Schutzkleidung versehene Einsatzkräfte eine weitreichende Absperrzone ein. Daraufhin begann ein Trupp unter Chemikalienschutz mit der Bergung des beschädigten Behältnisses. Die drei Siegburger Feuerwehrmänner stellten fest, dass aus dem undichten Fass Dämpfe entwichen. Messtechnisch war kein zündfähiges Gemisch messbar. Die unterhalb gelagerten Versandstücke blieben zum Glück verschont. Zur Sicherheit der Einsatzkräfte wurde ein "Notdekontaminationsplatz" eingerichtet. Eine Stelle, an der die eventuell mit Chemikalien behafteten Einsatzanzüge notdürftig gereinigt werden, damit sich die Gefahrstoffe nicht in Fahrzeuge oder auf andere Person verschleppen. Entwarnung um 17.04 Uhr als der Sicherheitstrupp das beschädigte Behältnis in einem übergroßen Edelstahlfass - dem "Bergungsfass" - komplikationslos verstaut hatte. Gefahr gebannt. Die Polizei übernahm die weitere Sicherung des Transportes. Die Raststätte konnte kurze Zeit später wieder frei gegeben werden. Eine Streife war in der Nacht zuvor wegen Mängeln an der Anhängerkupplung auf das LKW-Gespann aufmerksam geworden und hatte für den nächsten Tag eine Überprüfung durch den Siegburger TÜV gefordert. Dabei sei man auf die Ladung aufmerksam geworden, so Hans-Gerhard Ukat von der Autobahnpolizei Sankt Augustin.










Quelle: übernommen von: Siegburg Aktuell 07.08.2009
News empfehlen Druckbare Version nach oben